Vor einer Woche haben wir (meine Freundin und ich) uns bei Lovefilm angemeldet. Wir gucken gerne Filme und Serien, sodass wir das Flatrate-Paket buchten. Was es damit auf sich hat und was der Service leistet habe ich ausführlich zusammengetragen. Neben dem bloßen Ausleihen wird auch ein Mehrwert geboten.
Pakete, Preise und Zielgruppen

Was ein Kunde für sein Geld bekommt ist leicht verständlich und jeder kann sich ein, seinem Film-Anseh-Verhalten entsprechend, passendes Paket aussuchen. Standardmäßig ist das Ultimativ-Paket ausgewählt: 4 Filme im Monat, also ca. 2,50 Euro pro Film. Je nach Videothek in eurer Stadt bietet Lovefilm also ähnliche Preise, Vor- und Nachteile sind jeweils vertauscht:
Videothek: Aktuelle Titel, dementsprechend begrenzte Auswahl – dafür kann der Film quasi sofort angeschaut werden.
Lovefilm: Aktuelle und alte Titel, mit 45.000 Stück eine umfassende Auswahl – dafür wird der Film erst via Post verschickt.
Eine Zielgruppe sind Dorfbewohner, die zur nächsten Videothek erst eine halbe Stunde fahren und, sofern sie keine Überziehungskosten zahlen wollen, am nächsten Tag den Film zurückbringen müssen. Was vemutlich der Grund ist, warum das fast ausschließlich in Ausnahmefällen geschieht. Also sind nicht nur die Preise beim Verleih ähnlich, die Treibstoffkosten entfallen zusätzlich.
Die zweite Zielgruppe (auch wenn Lovefilm das so vermutlich nicht sagen wird) sind Menschen die früher Premium-Accounts bei Filehostern oder illegalen Streaming-Seiten besaßen, wie bspw. Kino.to – für das gleiche Geld können sie nun legal Filme genießen. Damit schafft Lovefilm etwas was die Content-Industrie schon seit Jahren hätte bieten müssen. Ich bin davon überzeugt, dass sich solche Dienste durchsetzen werden und alle Parteien davon profitieren.
Als dritte Zielgruppe möchte ich uns nennen: die Nerds und Filmfreunde! – denn bei Lovefilm gibt es nicht nur Mainstream, sondern auch alte Klassiker und Anime. Mit letzteren meine ich übrigens nicht den Müll der im Nachmittagsprogramm läuft, sondern Anime wie: Neon Genesis Evangelion, Garden of Sinners, Eden of the East, Durarara!!, Ergo Proxy, Utawarerumono und sooo viele mehr!
Wem Anime nicht liegen wird aber möglicherweise mit Star Trek oder Stargate glücklich, da es keine Überziehungsgebühr gibt kann man sich für eine DVD auch gern eine Woche Zeit nehmen.
Der Stream
Um die Qualität des Streams zu testen, sah ich mir als erstes „Tenacious D – Kings of Rock“ an. Dank 16 Mbit ging’s nach zwei Sekunden puffern direkt los und stockte während des ganzen Films nicht einmal. Trotz Komprimierung war auf 1920×1080 Pixel Auflösung ein gutes bis sehr gutes Bild zu sehen. Die Auswahl ist, im Gegensatz zum Verleihangebot, mit 600 Titeln klein aber gut. Ich habe jedenfalls über 20 Filme erblickt die ich mir definitiv ansehen werde. Wer ausschließlich auf der Suche nach einer (legalen) Streamingseite ist wird bei Lovefilm nicht glücklich, es ist eher für Stunden gedacht an denen man spontan entscheidet einen Film sehen zu wollen und im TV mal wieder nur Grütze läuft, die heimische Videosammlung aber auch nicht zusagt.
Natürlich basiert die letzte Aussage auf meinem persönlichen Filmgeschmack, es gibt bestimmt auch Menschen die all ihre Lieblingsfilme streamen können ;)
Das Zuschicken
In der Übersicht der Pakete ist es vermerkt: „1 gleichzeitig“ oder „2 gleichzeitig“, dahinter verbirgt sich nicht die simple Anzahl der Filme, sondern die Anzahl der Datenträger. Liegt einer Film-Version im Handel eine Bonusdisc bei haben wir demnach zwei Datenträger. Standardmäßig geht Lovefilm davon aus, dass der Film an sich ausgeliehen werden soll, böse Überraschungen gibt es nicht. Wenn es ohne Making-Of gar nicht geht ist bei der Paketauswahl darauf zu achten.
Hand in Hand gehen damit Mehrteiler wie „Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“: es wird immer nur die gebuchte Anzahl Datenträger zugeschickt. In meiner Leihliste, was es damit auf sich hat erkläre ich noch, habe ich „Star Trek, Raumschiff Voyager, Staffel 7“, weil ich endlich wissen will ob und wie die Crew nach Hause kommt. Staffel 7 umfasst sieben DVDs, also muss ich zunächst DVD1 zurückschicken bevor ich DVD2 bekomme.

Das Foto zeigt jetzt zwar nicht Star Trek, dafür aber wie die DVDs und BDs verschickt werden: in einem genialen Rückumschlag. Nach dem öffnen muss nur ein Teil des Umschlags abgerissen werden und schon wird der Klebestreifen sichtbar der für’s zurückschicken genutzt wird. Das Zurückschicken ist somit auch stressfrei. Dank des Fotos ist ersichtlich warum keine DVDs in Originalhüllen verschickt werden, wäre das der Fall müsste ich erst umständlich ein Päkchen basteln – die aktuelle Lösung gefällt mir besser.
Leihlisten und aktuelle Kinofilme
Damit direkt nach dem Eintreffen des Films bei Lovefilm der nächste verschickt werden kann, ist das anlegen von (mehreren) Leihlisten möglich. Das ist praktisch wenn ein Haushalt sich über eines der Flatratepakete beliefern lässt. Wir haben eine pro Person und eine gemeinsame für’s Wochenende. Je nach Arbeitszeiten lässt sich meine Freundin einen oder zwei Filme unter Woche liefern oder ich. Um die Reihenfolge der Belieferung zu beeinflussen können Prioritäten vergeben werden. Welcher Film einer Priorität verschickt wird ist jedoch Glückssache.

Eingangs erwähnte ich einen Mehrwert, Leihlisten gehören dazu, aber auch die Möglichkeit sich Kinofilme die gerade gezeigt werden vorzubestellen, diese werden geliefert sobald sie auf DVD und Bluray erscheinen, wie z.B. „Iron Sky“, der auf der diesjährigen Berlinale gezeigt wurde.
Kindersicherung und FSK18
In Haushalten mit Kinderm ist es wichtig, dass „Hellraiser“ und andere Filme dieser Art tatsächlich erst in einem entsprechendem Alter gesehen werden. Die Eingabe eines Codes zur Kindersicherung ist daher möglich. Grundsätzlich sind FSK18 Filme sowieso erst ausleihbar, wenn man sich via Postident-Verfahren identifiziert hat. Da die Deutsche Post für den Blick auf meinen Perso Geld möchte, warte ich damit bis ich einen FSK18 Film tatsächlich ausleihen will. Wie schnell so ein Verfahren abläuft kann ich daher nicht schreiben.